Kürzung ohne Sinn /aktualisiert/

Im Prinzip sollte die Filmförderung durch den DFFF um 10 Mio € aufgebessert werden. Das versprach die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM), Monika Grütters, noch zu Beginn des laufenden Jahres auf dem Empfang der Produzentenallianz. Nun wird  aber nicht auf 70 Mio. aufgestockt. Die Förderung wird auf 50 Mio. beschnitten.

Am 3. November findet im Haushaltsausschuss des Bundestages eine entscheidende Sitzung statt, bei der die Kürzung des DeutschenFilmFörderFonds (DFFF) von derzeit 60 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro beschlossen werden soll.

Nach einer Studie der Fa. Roland Berger Strategy Consultants über "Volkswirtschaftliche Effekte der Kinofilmproduktion in Deutschland" vom September 2014 bringt 1 ausgegebener Förder-Euro 1,72 € an Steuereinnahmen*. Viel Sinn hat das Sparen also nicht. Nicht für die Filmschaffenden, die dadurch eingespart werden, und nicht für den Bundeshaushalt.
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Die Produzentenallianz lässt verlauten (am 11.11.'14):

DFFF-Kürzungspläne: Appell der Produzentenallianz an Haushaltsausschuss
Erfolge der deutschen Filmpolitik nicht aufs Spiel setzen!

Berlin, 11. November 2014 – Kurz bevor der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags  bei seiner Sitzung am 13. November letztmalig über den Bundeshaushalt 2015 berät, hat die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen nochmal an die Politiker appelliert, die Mittel für den Deutschen Filmförderfonds nicht zu reduzieren:

„Der Deutsche Filmförderfonds ist das einleuchtendste und auch volkswirtschaftlich effektivste Programm zur Förderung des deutschen Films und des Produktionsstandorts Deutschland. Seit seiner Einrichtung 2007 ist der durchschnittliche Marktanteil deutscher Filme von 16 Prozent (1995 bis 2007) auf 23 Prozent (2008 bis 2013) gestiegen, wurden mit ihm über 750 Filme mitfinanziert – von deutschen Blockbustern wie „Fack Ju Göhte“ über Filmkunsterfolge wie „Das weiße Band“ bis zu stargespickten internationalen Koproduktionen wie „Inglourious Basterds“. Mit einem vergleichsweise kleinen Volumen von 60 bis 70 Mio. Euro pro Jahr hat er in Deutschland seit seiner Einführung Folgeinvestitionen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro ausgelöst. Indem durch seine Anreize internationale Großproduktionen ins Land geholt werden konnten, ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Filmindustrie gestiegen – Deutschland spielt auf der Weltkarte der Filmproduktion wieder eine Rolle.

Das alles würde durch eine Kürzung des DFFF auf 50 Mio. Euro weitgehend zunichte gemacht. Hochbudgetierte internationale Koproduktionen – und diese haben bei diesem neuen deutschen Filmwunder eine Turbo-Funktion – brauchen sicheren, einfachen und verlässlichen Zugang zu Produktionsanreizen. Wenn diese Voraussetzungen in Deutschland nicht mehr erfüllt sind, gehen sie nach Großbritannien oder Kanada, wo jährlich ein Vielfaches des DFFF-Volumens zur Verfügung steht, oder in eines der vielen Länder, in denen eine schlechtere Infrastruktur und unterentwickeltes Knowhow durch eine Kombination aus Förderung und niedrigen Löhnen ausgeglichen wird.

Wir appellieren an die Mitglieder des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags: Bitte gefährden Sie nicht das, was bei uns mit dem Deutschen Filmförderfonds erreicht wurde! Wir stehen im Wettbewerb mit der ganzen Welt – setzen Sie die Erfolge der deutschen Filmpolitik der letzten Jahre nicht aufs Spiel!“

 

 

Siehe auch: Blickpunkt FIlm

Siehe auch: Thies in der Wirtschaftswoche

 

11.11.'14, R. Dienes