Grenzen

Nicht so viel mehr wie die Bundestagsabgeordneten, nicht so viel mehr wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber ein bisschen was mehr: Ab 1.7.'14 gibt es 2,2 %, ab 1.1.'15 gibt es 2,5 %.
 
Die PM der Produzentenallianz:
 
ver.di und Produzentenallianz vereinbaren Neuabschluss des Manteltarifvertrages, Gagentarifvertrages und Tarifvertrages für Kleindarsteller

„Ein Gesamttableau, mit dem man noch leben kann“

Berlin, 8. April 2014 – Nach monatelangen, zum Teil zähen und schwierigen Verhandlungen haben ver.di und die Produzentenallianz einen Neuabschluss des Manteltarifvertrages, Gagentarifvertrages und Tarifvertrages für Kleindarsteller vereinbart.

Der Neuabschluss sichert die für den Produktionsstandort Deutschland unverzichtbaren weitgehenden, flexiblen Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden pro Drehtag. Diese Flexibilität gewährleistet angesichts der im internationalen Vergleich hohen Produktionskosten die Attraktivität von Produktionen in Deutschland in Konkurrenz zu den USA oder vielen europäischen Ländern.

Die jetzt vereinbarte weitreichende Arbeitszeitregelung spricht für das Filmland Deutschland, freilich müssen für Arbeitszeiten, die über die 10. Stunde hinaus gehen, zum Teil erhebliche Zuschläge bezahlt werden. Noch weitergehende Forderungen der Arbeitnehmerseite konnten mit einem vereinbarten Zuschlag von zukünftig 60 % für die 13. Stunde (gegenüber bislang 50%)  jedoch abgewehrt werden.

Nötig geworden sind derartig lange Drehtage insbesondere in den letzten Jahren erst durch Budgets, die trotz zum Teil erheblich gestiegener Kosten stagnieren bzw. sogar rückläufig sind. Der so gestiegene Effizienzdruck konnte überhaupt nur durch flexible Arbeitszeitregelungen aufgefangen werden.

Aber auch die fähigsten und motiviertesten Casts & Crews haben eine Belastungsgrenze, und die ist mit den jetzt geltenden Arbeitszeiten erreicht. Deshalb müssen alle an der Herstellung von fiktionalen Film- und Fernsehproduktionen Beteiligten künftig angemessene Produktionsbudgets gewährleisten oder wieder einführen. Dafür notwendig sind entsprechende Weichenstellungen aus der Politik, die Schwerpunktsetzung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten und nicht zuletzt das Ausgabe- und Budgetierungsverhalten der Sender. Nur mit adäquaten Budgets bleibt auf Dauer Kino- und Fernsehproduktion in Deutschland möglich.

Der jetzt abgeschlossene Tarifvertrag läuft über den Zeitraum von zumindest 21 Monaten und bestimmt ab dem 1.7.2014 eine Erhöhung um 2,2 %, und ab dem 1.1.2015 eine weitere Erhöhung um 2.5 %, der zunächst bis Ende März 2016 keine weitere Erhöhung folgen wird. Er verschafft Planungssicherheit und Stabilität, auch vor dem Hintergrund, dass Forderungen nach strukturellen Elementen wie z. B. Pausenanrechnungen, Sockelanhebungen und Einmalzahlungen, die zu weiteren Verteuerungen führen würden, weitestgehend abgewendet werden konnten.

Dass der Abschluss deutlich unter dem gerade vereinbarten Abschluss für den öffentlichen Dienst, vor allem aber auch deutlich unter dem Abschluss für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk liegt, ist der angespannten und sehr schwierigen Situation der deutschen Film- und Fernsehproduktionswirtschaft geschuldet.

„Insgesamt bildet der Abschluss ein Gesamttableau, mit dem man noch leben kann“, erklärt der Verhandlungsführer der Produzentenallianz, Christoph Palmer: „Gleichwohl wird es auf der Kostenseite zu weiteren erheblichen Belastungen führen, die die Produktionsunternehmen in Deutschland auf keinen Fall mehr in den bisherigen Budgets auffangen könnten.“

Der Verhandlungsabschluss steht aus Sicht der Produzentenallianz noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung ihres Gesamtvorstandes am 7. Mai 2014.

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen ist die maßgebliche Interessenvertretung der deutschen Produzenten von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Werken. Sie vereint ca. 210 Produktionsunternehmen aus den Bereichen Animation, Dokumentation, Kinofilm, TV-Entertainment, TV-Fiktion und Werbung.

Jens Steinbrenner
Pressesprecher