Geeinigt

„Lerne klagen, ohne zu leiden" ist ein nützliches Sprichwort. Manche Klagen der Produzentenallianz aber sind nachzuvollziehen. Von den Handlungskosten, die Förderungen und Öffentlich-Rechtliche zugestehen, können viele kleine und mittlere Firmen i.d.R. kein ordentliches Büro betreiben, von den Gewinnen kaum neue Projekte entwickeln.
 
Der Ausweg jedoch, die Arbeit intensiv (wenige Arbeitstage) und extensiv (lange Arbeitstage) zugleich zu nutzen, ist ein Holzweg. Nicht nur, dass deshalb die sozialen Netze teilweise nicht mehr greifen (Link). Die Qualität der Arbeit leidet, und der Mensch leidet. Die Ergebnisse sind unbefriedigend für alle.
 
Die ver.di sieht das Resultat der Tarifverhandlungen positiv. Vielleicht ist es das unter den derzeitigen Umständen wirklich. Aber genau diese Umstände sind das Problem.
 
Einerseits müssen wir für bessere Auftragskonditionen sorgen, andererseits dafür, dass auch die Mitarbeiter davon profitieren.
 
Was tun? Wie setzen wir bessere Bedingungen bei Sendern und Förderern durch? Denn von Sendern und Förderinstitutionen hängt die gesamte Branche ab – direkt oder indirekt. Die Politiker geben den Ton an in den Rundfunkräten der Sender. Die Sender bestellen die Auftragsproduktionen. Die Senderredakteure sitzen neben den Politikern in den Fördergremien. Die Sender haben Produktionstöchter, die sie gut mit Aufträgen versorgen.
 
Die Politiker haben ihren Wählern versprochen, die Haushaltsabgabe zu ermäßigen, statt das Geld in die Produktion zu stecken.
 
Gestern wurde angekündigt, die Fördersumme des DFFF um 10 Mio. zu kürzen – entgegen der Ankündigung der Frau Staatsministerin Grütters vom 6. Februar (Link).
 
Die Filmschaffenden – und dazu gehören außer den Berufsverbänden auch die beiden Tarifparteien – arbeiten daran, den Entscheidern in Politik und Sendern den Ernst der Lage klarzumachen.
 
Da muss aber offensichtlich noch mehr geschehen. Wer Ideen hat, melde sich!
 
RD, 8.4.'14

Radierung: Gustave Doré