Fair Film Award

Umfrage von Crew-United nach den fairsten Produktionen des vergangenen Jahres: Es muss schon einiges zusammenkommen, damit man zu den ersten Sechs zählt!

Unter den Besten sind viele gute Bekannte aus den letzten Jahren, „hartnäckig“ faire Produzenten und Produktionskollegen, aber auch bisher noch „Unverdächtige“.

Sie zeigen, wie auch in finanziell engen Medienproduktionen die besten Ergebnisse in einem guten Arbeitsklima, mit offener Kommunikation, mit tarifgemäßen und gesetzlichen Gagen und Arbeitszeiten erreicht werden. Zu ihren Rezepten gehören ein gut eingespieltes Team, gute Vorbereitung und Zusammenarbeit zwischen künstlerischen und organisatorischen / technischen Abteilungen.

Aber schon eine Abteilung, die nicht mitspielt, und vielleicht ein zu naher Sendetermin, ein etwas zu schmales Budget bedroht dieses Gleichgewicht, und dann kann es zu kleinen oder größeren menschlichen, wirtschaftlichen und künstlerischen Katastrophen kommen. Deshalb sollten wir über die am Ende der Skala nicht richten, bevor wir nicht die näheren Umstände kennen. Wir werden, wie auch letztes Jahr geschehen, bei ihnen nachfragen.

Hier die Liste der sechs Nominierten.

  • Hellinger / Doll Filmproduktion GmbH
    Traumfrauen
  • kineo Filmproduktion Peter Hartwig
    Der Fall Bruckner
  • Lieblingsfilm GmbH
    (Bereits Hoffnungsschimmer-Gewinner 2014 für 2013)
    Rico, Oskar und das Herzgebreche
  • filmpool fiction GmbH
    (bereits Hoffnungsschimmer-Gewinner 2013 für 2012)
    Polizeiruf 110 - Sturm im Kopf
  • Bavaria Fernsehproduktion
    Rentnercops - Jeder Tag zählt! (Folge 1-8)
  • die film gmbh
    Schluss! Aus! Amen!

Die Teammitglieder und Darsteller der nominierten Produktionen werden von Den Filmschaffenden einzeln angeschrieben und noch einmal um ihre Bewertung gebeten. Auf Grund dieser Bewertungen erst wird der „Sieger“ ermittelt und am 7. Februar mit dem "Hoffnungsschimmer" ausgezeichnet

Das Gesamtergebnis der Crew-United-Umfrage findet sich hier und hier. Es lohnt sich, die gesamte Liste anzuschauen. Rich and famous overnight zu werden ist nicht einfach. Selbst auf Kosten der schwer arbeitenden Kollegen gelingt es nicht immer.

„Die Filmschaffenden“ wollen die Einhaltung der gesetzlichen und tariflichen Regelungen zu einer Voraussetzung für öffentlich-rechtliche Aufträge und Förderungen machen.

Natürlich ist da einiges zu bedenken. So dürfen beispielsweise keine ausländischen EU-Produktionen benachteiligt werden – aber in anderen Ländern gelten andere Tarife. Und was ist mit den Dokumentarfilmern? Bei wie vielen Dokumentarfilmproduktionen wird der Tarifvertrag TV FFS oder das ArbZG beachtet? Allgemein dringt der Arbeitsschutz z.B. nur recht langsam in das Bewusstsein der Filmschaffenden – sollte aber doch ein wichtiges Kriterium sein.

Gerade unser Verband sollte sich an der Meinungs- und der politischen Willensbildung beteiligen. 

7.1.’15 Reinhold Dienes

Foto: von Wikipedia; "This image is a work of a U.S. military or Department of Defense employee, taken or made as part of that person's official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain."